Henry Threadgill (© pirecordings) Henry Threadgill & Zooid ICP Orchestra (© Francesca Patella) Fay Victor
Henry Threadgill (© pirecordings)

MusikTriennale Köln

Henry Threadgill zählt seit 40 Jahren zu den Ikonen der musikalischen Avantgarde der USA, zu den Komponisten, die nach neuen musikalischen Sprachen suchen. Der in Chicago aufgewachsene Flötist und Saxofonspieler hat in seiner Laufbahn in Marschkapellen, Boogie-Woogie- Bands und Latin-Ensembles gespielt, er hat Händel ebenso studiert wie indonesische Musik. In den letzten zehn Jahren hat er ein neues System entwickelt, eine serielle, auf Intervallen aufbauende Sprache, die weder Dur noch Moll kennt und inspiriert ist von der musikalischen Welt eines Edgard Varèse. In diesem System findet sich eine Handvoll Musiker zurecht, die auf den vorgegebenen Rastern ihre Improvisationen aufbauen. Mit seinem Quintett Zooid produziert Threadgill stetig nach vorne treibende Patterns, die über diese Bewegung eine hypnotische Wirkung erzielen können, ohne dass sich dem Hörer eine Melodie im herkömmlichen Sinn öffnet: abstrakter Funk.
Die Abkürzung ICP steht für „Instant Composer's Pool“. 1967 ursprünglich als Musiker-eigenes Plattenlabel unter anderem vom Pianisten Misha Mengelberg und Schlagzeuger Han Bennink gegründet, entwickelte sich daraus in den 1970er Jahren das gleichnamige Ensemble. Mit ihrem aktuellen Programm „Plays Monk, Nichols, Mengelberg“ reist das ICP Orchestra von Amsterdam nach Köln. So, wie für diese Musiker Komposition und Improvisation keine Gegensätze sind, so verknüpfen sie auch die Tradition des US-Jazz mit den eigenen musikkulturellen Wurzeln, die in der Avantgarde und frei improvisierten Musik Europas zu finden sind. Der Niederländer Mengelberg ist mit seinem schreiberischen Werk ebenso skurril, eigensinnig und schrullig wie die beiden amerikanischen Pioniere des Modern Jazz, Thelonious Monk und Herbie Nichols. Spielwitz trifft im ICP Orchestra auf Jazz-Geschichtsbewusstsein, die Improvisationskunst dieses Zehners lässt ausgiebig Raum für ein voraushörendes Zusammenspiel.

Henry Threadgill & Zooid
    Henry Threadgill as, fl
    Liberty Ellman git
    Elliot Kavee dr
    José Davila tb, tu
    Stomu Takeishi abg


ICP Orchestra
    Thomas Heberer tp
    Wolter Wierbos tb, tu
    Michael Moore as
    Ab Baars cl, ts
    Tobias Delius cl, ts
    Misha Mengelberg p
    Mary Oliver vl, va
    Tristan Honsinger vc
    Ernst Glerum b
    Han Bennink dr

Fay Victor voc (special guest)

Pause gegen 21:20 Uhr, Ende ca. 23 Uhr
20:00 Uhr Henry Threadgill & Zooid
21:40 Uhr ICP Orchestra & Fay Victor
Im Radio: Do, 27. Mai 2010, ab 20:05, WDR 3 Konzert




Preise

€ 25,– 
€ 25,– Chorempore (Z)