Gürzenich Orchester Köln (© Joerg Hejkal) Markus Stenz (© Catrin Moritz)
Gürzenich Orchester Köln (© Joerg Hejkal)

(Zu)Flucht

Das Asyl ist ein Ort der Rettung, aber auch der Ausgrenzung, im Englischen auch eine Irrenanstalt. Widerstrebende Assoziationen, mit denen der Brite Thomas Adès die Konzertbesucher in eine philharmonische Dancefloor-Atmosphäre versetzt. Melodische Loops über motorischen Technobeats, dazu der Ruch von Designerdrogen, worauf der „Ecstasio“ betitelte dritte Satz seiner „Asyla“ direkten Bezug nimmt. Aber wer wird hier ins Exil geschickt: die Musik oder das Publikum? Ist Droge Flucht und Musik Zuflucht? Oder ist es umgekehrt in Zeiten sozialer Vereinsamung und Massen-Entertainments? Fragen an eine Musikkultur zwischen House und Konzertsaal, Kommerz und Subvention, programmierten Samples und handgefertigten Zwölftonreihen. Für welchen tieferen Zweck über den bloßen Auftrag seines Fürsten Nikolaus Esterhazy hinaus er seine Musik schrieb, hat sich sicher auch Joseph Haydn manchmal fragen müssen. Sein Bild musikalischen Erlöschens in der „Abschiedssinfonie“ zeigt einen Philosophen, der mit seiner hofgerechten Musik stets Subversives mitlieferte.

Gürzenich-Orchester Köln
Markus Stenz Dirigent

Thomas Adès
Asyla op.17 (1997)

Pause

Joseph Haydn
Sinfonie D-Dur Hob. I:101 (1793-1794)
"Die Uhr"

Joseph Haydn
Sinfonie fis-Moll Hob. I:45 (1772)
"Abschiedssinfonie"

3. Akt

10:00 Uhr, Empore : Einführung in das Konzert. :



Preise

€ 9,–  13,–  15,–  20,–  23,–  30,– 
€ 20,– Chorempore (Z)